Gehen wir einen anderen Weg.
Nicht den naheliegenden.
Der sieht so aus:
60 oder 90 oder gar 150 Kinder, drei oder vier Gruppen, für jede einen Raum, jeweils so zwischen 60 und 100 m2.
Diese Gebäude werden zueinander gruppiert, Städtebau nennen wir das, und bald ist ein erster Entwurf fertig.
Gehen wir einen anderen Weg.
Der hat einmal gar nichts mit Architektur zu tun, sondern mit kleinen Kindern und ihren Wünschen und Bedürfnissen.
Stellen wir uns vor: Alice in Wonderland.
Eine Landschaft, ja eine Landschaft, kein Gebäude.
In dieser Landschaft lebe ich den ganzen Tag, spielend, essend, mich versteckend, ein Buch anschauend, mit anderen plaudernd, schlafend, kletternd, schreiend, laufend.
Vergessen wir nicht. Unser Kindergarten ist in einem Klima, in dem es mehr als 10 Monate Temperaturen gibt, wo “draussen sein” möglich ist.
Und jetzt kommt die Aufgabe: Wie kann eine Landschaft von rund 2000 m2 so “gestaltet”, “geformt”, “gebaut”, “geschaffen” werden, dass kleine Kinder Halt bekommen, sie lernen, sich bewegen, und sich wohl fühlen können.
Wie können Zwischenformen von drinnen und draussen geschaffen werden, Höfe, kleine Hügel, Höhlen zum Verstecken?
Eine Landschaft, die vielfältig ist und wo gar nicht so leicht die Frage beantwortet werden kann, was eigentlich jetzt Freiraum, Haus oder Einrichtung ist.
Nur um (zugegeben provokant) ein Bild zu geben: Die Plastiklandschaften, die IKEA oder Mc Donalds für kleine Kinder gebaut hat. Sie gefallen uns (Erwachsenen)zurecht nicht, z.B. wegen des Material oder der Monofunktionalität der Spielgeräte, aber offensichtlich macht es kleinen Kindern ungemein Spass in Berge von Plastikkügelchen zu springen, in Röhren zu verschwinden oder ein wildes Gerüst hinaufzuklettern (wobei ein Sturz ungefährlich ist).
Die Ausgangsfrage soll also lauten: Wie wollen und sollen kleine und kleinste Kinder (und ich meine, dass hier der Unterschied zwischen Österreich und Südafrika sehr klein ist) ihren Tag von der Früh bis zum Abend verbringen?
Und wie sieht eine Landschaft aus, die dafür einen bestmöglichen Rahmen gibt.
Natürlich werden es am Ende auch Gebäude geben, aber das “was ist dazwischen?” zum eigentlichen Thema zu machen, ebenso wie Fragen einfachster Einrichtung ist das wohl ganz Spannende an diesem Projekt.
Nicht den naheliegenden.
Der sieht so aus:
60 oder 90 oder gar 150 Kinder, drei oder vier Gruppen, für jede einen Raum, jeweils so zwischen 60 und 100 m2.
Diese Gebäude werden zueinander gruppiert, Städtebau nennen wir das, und bald ist ein erster Entwurf fertig.
Gehen wir einen anderen Weg.
Der hat einmal gar nichts mit Architektur zu tun, sondern mit kleinen Kindern und ihren Wünschen und Bedürfnissen.
Stellen wir uns vor: Alice in Wonderland.
Eine Landschaft, ja eine Landschaft, kein Gebäude.
In dieser Landschaft lebe ich den ganzen Tag, spielend, essend, mich versteckend, ein Buch anschauend, mit anderen plaudernd, schlafend, kletternd, schreiend, laufend.
Vergessen wir nicht. Unser Kindergarten ist in einem Klima, in dem es mehr als 10 Monate Temperaturen gibt, wo “draussen sein” möglich ist.
Und jetzt kommt die Aufgabe: Wie kann eine Landschaft von rund 2000 m2 so “gestaltet”, “geformt”, “gebaut”, “geschaffen” werden, dass kleine Kinder Halt bekommen, sie lernen, sich bewegen, und sich wohl fühlen können.
Wie können Zwischenformen von drinnen und draussen geschaffen werden, Höfe, kleine Hügel, Höhlen zum Verstecken?
Eine Landschaft, die vielfältig ist und wo gar nicht so leicht die Frage beantwortet werden kann, was eigentlich jetzt Freiraum, Haus oder Einrichtung ist.
Nur um (zugegeben provokant) ein Bild zu geben: Die Plastiklandschaften, die IKEA oder Mc Donalds für kleine Kinder gebaut hat. Sie gefallen uns (Erwachsenen)zurecht nicht, z.B. wegen des Material oder der Monofunktionalität der Spielgeräte, aber offensichtlich macht es kleinen Kindern ungemein Spass in Berge von Plastikkügelchen zu springen, in Röhren zu verschwinden oder ein wildes Gerüst hinaufzuklettern (wobei ein Sturz ungefährlich ist).
Die Ausgangsfrage soll also lauten: Wie wollen und sollen kleine und kleinste Kinder (und ich meine, dass hier der Unterschied zwischen Österreich und Südafrika sehr klein ist) ihren Tag von der Früh bis zum Abend verbringen?
Und wie sieht eine Landschaft aus, die dafür einen bestmöglichen Rahmen gibt.
Natürlich werden es am Ende auch Gebäude geben, aber das “was ist dazwischen?” zum eigentlichen Thema zu machen, ebenso wie Fragen einfachster Einrichtung ist das wohl ganz Spannende an diesem Projekt.
cc - am Do, 26. Mai 2005, 11:06
psc meinte am 29. Mai, 10:46:
Die Poesie des Kindergartens
Lieber Christoph, Dein Text stößt offene Türen auf, wenn sie Dir geschlossen erschienen sind, glaub` mir, dann waren sie nur angelehnt.
Bauen für Kinder ist bauen für eine diskriminierte Gruppe, die abhängig ist - von ihren Eltern, von Ihren Kindergartentanten, von ihren Politikern und last but not least von ihren Architekten.
Du hast natürlich Recht, dass es einen nahe liegenden (und leider auch von manchen begangenen) Weg gibt, der für Aussenstehende so aussieht, wie Du ihn beschreibst, also hier Raumprogramm – dort Lösung. Zack! Du hast nicht Recht, wenn Du meinst, dass es auch unser Weg ist.
In Wirklichkeit gibt es dazwischen einen Prozess, der üblicherweise unsichtbar bleibt und den man als Entwurf bezeichnen kann. Dieser Prozess hat seine Wurzeln irgendwo dort, wo auch Du Deine Überlegungen angestellt hast.
Es gefällt mir, wenn Du von Landschaft sprichst, aber Kindergarten meinst. Ich denke, Du verstehst darunter eine räumliche Landschaft, eine, die durch hoch und nieder, hell und dunkel, Aussen und Innen, Enge und Weite, Vertrautheit und Überraschung, Durchschaubarkeit und Geheimnis (und vieles mehr) gebildet wird.
Kinder selbst sind geheimnisvolle Wesen; sie haben noch alles, was ihnen das Älterwerden später wegnehmen wird: Unvoreingenommen, Neu- und Wissbegierig, Emotionalität und grenzenlose Phantasie.
Dort versteckt sich das eigentliche Raumprogramm!!!
Lieber Christoph, das ist die eine Seite. Es gibt noch eine – sie ist nicht die Kehrseite, bloß eine andere.
Der Prozess, von dem ich vorhin gesprochen habe hat seinen Anfang in Wesen der Kinder - an seinem Ende steht aber ein Haus, etwas Materielles.
Als Du bei uns in Graz warst um das Projekt vorzustellen habe ich gesagt, dass Form das Zusammenspiel von Zwängen ist. Das stimmt immer noch: die Schwerkraft, der Regen, der Mangel, die Baugesetze, die Kosten etc. etc. etc. sie entwerfen mit!
Was aus einem Bau-werk ein Baukunst-werk macht ist die Nutzung jener Freiheit, die die Zwänge gewähren. Das ist es, was gute Architekten ausmacht und genau das ist es, was wir tun werden.
Und – da hast Du noch einmal Recht - das ist es, was diese Aufgabe spannend macht!
Wir freuen uns schon drauf.
Sei im Namen des Grazer Teams herzlich gegrüsst Peter